Pünktchen (Herr Schmitz)

 

Ich gehe regelmäßig mit meiner Tochter, ihren beiden Hunden und meinem Hund spazieren. Es war eigentlich immer das reinste Chaos. Bis auf den Tag, nachdem Kirsten bei meiner Tochter zum Einzeltraining war. Ihre Hunde waren wie ausgetauscht und so habe ich beschlossen, mit meinem Pünktchen ebenfalls ein Einzeltraining zu buchen, da Pünktchen schlecht an der Leine lief, andere Hunde anranzte, vor Männern Angst hatte, wie wild bellte, wenn es an der Tür klingelte usw., usw. Gesagt, getan.

 

Als Kirsten zu mir nach Hause kam, gingen wir als erstes gemeinsam spazieren, damit Kirsten sich ein Bild von der Situation machen konnte. D. h. Pünktchen ging und ich lief wie immer einfach nur hinterher... Dann kam ein Hund und Pünktchen machte das, was er in solchen Situationen immer machte, bellen wie verrückt und zog zu dem Hund.

 

Dann gingen wir wieder nach Hause. Kirsten erklärte mir, was sie gesehen hatte und was ich falsch machte. Dann nahm sie Pünktchen an die Leine und ging mit ihm spazieren. Was soll ich sagen, der Hund lief wie ne Eins und machte nichts. „Toll“, dachte ich, „klar, dass der bei der nichts macht. Hoffentlich klappt das bei mir auch“.  Was soll ich sagen, Kirsten zeigte mir worauf ich zu achten hatte, und siehe da, Pünktchen lief an lockerer Leine neben mir und wir konnten sogar einen Hund passieren, ohne dass mein Hund verrückt spielte. 

 

Danach haben wir dann noch an dem Problem mit dem Klingeln und dem Gebelle an der Haustüre gearbeitet. Am Ende des Trainings machte Pünktchen nichts mehr. Vielmehr lag er entspannt in seinem Körbchen. Auch einen Mann aus der Nachbarschaft haben wir getroffen, den Pünktchen immer anbellt. Auch hier zeigte Kirsten mir, was ich tun musste, damit Pünktchen in der Gegenwart des Mannes entspannen konnte.  

 

Das Leben mit Pünktchen ist viel leichter geworden. Wenn ich nun mit meiner Tochter und ihren beiden Hunden spazieren gehe, ist alles ruhig und entspannt. Sicher, hier und da zeigt Pünktchen sein altes Gesicht wieder, aber ich weiss, dass es nicht an ihm, sondern an mir liegt und er nur auf mich reagiert. Dann erinnere ich mich immer daran, was Kirsten immer sagt: Anhalten, tief einatmen, sammeln, entspannen und dann - einfach weiter machen. 

 

Wir besuchen nun regelmäßig die Gruppenstunden, die wirklich viel Spaß machen. Wir lernen dort sehr viel und Pünktchen hat sich enorm gemacht. Kirsten nennt Pünktchen übrigens immer „Herr Schmitz“. Ich finde, das passt zu ihm!

 

Roswitha Schmitz mit Pünktchen